Scampolo

...noch Fragen??

Scampoletto, Scampi, Scampolo, Scampo, Dobbie, seine Namen sind so zahlreich wie
seine multiple Persönlichkeit.
Christian meint, wenn er ein Mensch wäre, würde er am Tourette-Syndrom leiden.
Sein Temperament ist ungefähr so wie seine Essmanieren und mit denen kann er
einem Labrador sehr gut Konkurrenz machen…
Scampi zu beschreiben wird meine schwierigste Aufgabe werden, wenn ich andere
Leute dazu auffordern würde, wüsste ich jetzt schon wie sie zu grinsen anfangen
würden…
Tja, unser Windspiel im Glück, wo fang ich an? Am Besten von vorne:
Zuerst:
Über Windhunde in Not suchte ich
ein Windspiel. Mein Mann wollte unbedingt noch etwas Kleineres, am Liebsten
einen Chihuahua und da war ich ganz froh, dass ich ihn zu einem Windspiel
überreden konnte.
Das Hündchen sollte klein und unauffällig sein und sich dem Rudel gut anpassen
ohne Unruhe zu stiften. Mir kommen grad die Tränen, ich glaub grad, wir haben
keinen dieser Punkte errreicht!!
Mir wurde ein „unerwünschter“ Wurf Windspiele ans Herz gelegt und ich freute
mich sehr. Zum Einen konnte ich einen Welpen haben, zum Anderen konnte ich den
passende Hund auswählen und zum Letzten war es ein Wurf von fünf Welpen, sehr
viel für Windspiele, und daher konnte ich davon ausgehen, dass die Babies gut
sozialisiert waren.
Bereits übers Internet konnten wir die Jungen begutachten. Mit unserer großen
und lebhaften Familie wurde mir zum Kleinsten geraten. Der Größere wäre sehr
ruhig und sensibel.
Wir trafen uns auf halber Strecke in Nürnberg und konnten die zwei Brüder
begutachten. Wie schon auf den Fotos vermutet, mein Herz schlug für den Größeren
und der wurde auch eingepackt. (Der Kleine war ein kläffendes Würmchen und das
kann ich ja gar nicht leiden…)
Problematisch war erst einmal sicher nicht die Größe, sondern seine Angst
gegenüber anderen Hunden. Natürlich ist es auch hart, wenn am Hundeplatz auf
einmal fünf Border Collies auf einen zustürmen und das war auch nicht gut von
mir eingefädelt. An diesem Problem hatten wir erst einmal ein halbes Jahr lang
zu beißen. Angesichts jeden Hundes, außer Unserer, schrie Scampolo wie am Spieß
und wollte sich vom Acker machen. Ich besuchte eine Welpenspielstunde, welche im
Winter sehr schwierig zu finden sind. Mir wurde geraten den Hund los zu lassen,
die anderen Hunde, alles großwüchsige Rassen mit ca. einem halben Jahr, täten ja
nichts. Die Meute stürmte los und mein schreiendes Etwas hin wie ein flüchtender
Hase im Zaun.
Nun packte ich es selber an. Ich
arbeitete mit Klicker. Ich übte Unterordnung. Was das bringt? Es hat dem Hund
Sicherheit vermittelt. Ich konnte ihn gegebenenfalls mit einer Übung ablenken
die er sicher konnte und damit auch ein Erfolgserlebnis verknüpfen. Auf diese
Weise näherte ich mich in immer enger ziehenden Kreisen anderen Hunden.
Schließlich nahm er seine Belohnung auch dafür, dass er direkt neben einem
andern Hund Sitz machen sollte und überwand nach und nach seine Furcht.
Meine Trainerin Margot hatte ihn – wie sicher viele – schon abgeschrieben, aber
er ist ein unglaublicher Hund geworden.
Dann:
Tja, und dann übten wir uns in der Unterordnung wobei er noch „knackiger“ war
als Fancy Wenn er gut drauf war lief er die ganze Übung perfekt und freudig.
Einzig und allein beim Vorsitzen haben wir – immer noch! – Probleme: Er liebt es
mir vor dem Hinsetzen noch schnell mal mit gestreckten Vorderbeinen in den Bauch
zu fliegen. Die BH konnten wir dann auch zum Glück auf Anhieb hinter uns bringen
(Ausbildung).
So, nun zum Thema „Größe“. Ein normales Windspiel misst 33 – 38 cm mit
einem Gesamtgewicht von 3 – 5 kg. Man denkt ja weiter und freute sich daher auf
eine Hunderasse, die im Agility entweder in Mini (kleiner 35 cm) oder in Midi
(35 – 42,99 cm) starten kann. Warum das wichtig ist? In „large“ gehen
durchschnittlich 40 Hunde an den Start, zudem ist das momentan die Klasse der
Border Collies in der man eher schlecht als recht mithalten kann. Hingegen
starten in Mini vielleicht so sechs Hunde und in Midi meist sogar noch weniger.
Also waren meine Überlegungen wieder mal rein egoistischer Natur.
Nun sitzt da oben aber jemand, der doch noch das endgültige Sagen hat und es hat
mich fast umgehauen, als ich Scampi mit ca. neun Monaten gemessen habe und er
über vierzig (!!!) Zentimeter maß! Mein Gott, das kann doch nicht war sein, ich
kann doch nicht mit diesem Futzel-Hündchen bei die Borders starten?! Mit Bangen
sah ich der Einmessung entgegen, maß selber immer wieder wie verrückt, aber man
war mir / uns da oben gewogen und Scampolo wurde mit 18 Monaten mit 41 cm
eingemessen. Danke.
…und noch:
Ja und dann arbeiteten wir. Agility ist ein großer Spaß – vor allem für ihn. Mal
schnell noch zu den anderen Hunden hinzischen und „Hallo“ sagen, dann „schwups-die-Hüh“
auf die Wand, da man da doch einen viel besseren Ausblick hat. Über das Weit-Hindernis
in Augenhöhe an Frauchen vorbeifliegen. Es wird uns nie langweilig und wenn ich
ihm zu langweilig - weil zu langsam - bin, bellt er mich aus und rammt
mir von hinten seine Gräten in die Kniekehlen. Dieser Hund ist rundum immer
präsent.
Agility allein reicht so einem Hund nicht aus. Monsieur hat zwar keine Terrier
als Vorfahren aber irgendwie zweifle ich immer wieder an seiner
Windhundherkunft. Er muss arbeiten.
Wir klickerten, wir spielten Frisbee, es war nicht genug. Über das Natural
Dogmanship von Jan Nijboer kam ich zum Apportieren eines Futterbeutels. Nachdem
wir das konnten, wurde dieser mehr und mehr versteckt. Jetzt sucht er gerne mal
fünf Minuten im Zimmer meiner Tochter zwischen Puppen und Barbies nach dem
Beutel. Das finden nicht nur meine Kinder lustig, auch er kann sich dabei total
verausgaben.
…grad eben:
Wenn man natürlich so einen Hund hat, der einem bei Langeweile so richtig auf
den Keks geht, die anderen Hunde total nervt (Da wird dem genervten Hundefreund,
der schon die Lefzen warnend hochzieht, auch noch das Zahnfleisch nebst
Zahnzwischenräumen mit unermüdlichem Zungeneinsatz poliert), muss man eine
richtige Beschäftigungstherapie entwickeln. War mir mit meinen Whippets bislang
unbekanntes Neuland. Als wir dann „Top Dog“ sahen, war ich ganz traurig, dass
wir uns da nicht gemeldet hatten. Aber durch den nun entstandenen Enthusiasmus
bei der nächsten Staffel mitzuwirken ging es los mit den Hundetricks. Häschen
spielen, auf die Hinterbeine hoch, durch den „Armreifen“ springen, über die Arme
und Beine im Kreis herum springen, spanischer Schritt, auf Kommando bellen. Wir
haben noch immer kein Ende gefunden und so wie ich sein Temperament einschätze,
gehen mir die Ideen aus bevor er klein beigibt.
zum Schluss:
Da muss ich sagen, dass ich so eine Herausforderung mit einem Hund noch nie hatte und auch nicht mehr finden werde. Man ist manchmal am Weinen (als er mein Seidenhuhn zu lieb hatte), am Verzweifeln (wenn er mal wieder die Deko vom Adventskranz abgerupft hat oder mit seinen Vorderbeinen die Christbaumkugeln zum Tanzen bringt), aber meistens zaubert er uns ein breites Grinsen ins Gesicht. Er ist ein Clown der einen mit seiner ewig guten Laune einfach mitreißt. Eins ist sicher: Man wird von uns noch hören!

dafür gibt's ein extra Fotoalbum für den tapferen Scampolo
gestiftet von
www.lightroom-studios.de