Timon

Steckbrief
Ja unser Timoni. Fell wie Nicki-Stoff, was den Neid der Konkurrenz erweckt (gell
Baddy?!) und Augen die bei einem strafenden Blick von Frauchen aussehen wie die
von Scrat (Eichhörnchen von Ice Age).
Als Baby bekam er seinen Namen, weil er der Kleinste war und an das Erdhörnchen von König der Löwen erinnerte.
Was er ist: Timon war schon
immer anschmiegsam, kuschelig (lebte die ersten sechs Monate seines zarten
Lebens unter meiner Bettdecke), cool (andere Rüden? Null problemo.) und mehr von
der gemütlichen Sorte (Hallo, es regnet, nix rausgehen!).
Er verstand sich schon immer prächtig mit allen Tieren. Gut zeitweilig kam ein
Anruf von den Nachbarn: „Ihr Hund tötet gerade ein Tier!“, dabei schliff Timon
seine Lieblingskatze nur ein bisschen am Nackenfell durch die Gegend. Dass
Fanny Semmelbrösel und er sich liebten
dokumentieren die Bilder. Mit drei Monaten setzte ich ihn öfter in den
Meerschweinchenfreilauf, aber mehr als ein „O Gott Frauchen, ich will hier
wieder raus“ war nicht.
Er ist „everybody’s darling“. Als er ankam, war unser
Woody nicht wirklich von diesem Jungspund begeistert. Das gab sich nach
drei Tagen und ab da waren wir froh, dass wir zu jener Zeit abends „wer wird
Millionär“ anschauten. Sie balgten sich dermaßen laut (wobei dieser Part
ausschließlich Woody zuzuschreiben ist), dass einzig und allein die
eingeblendeten Fragen es uns ermöglichten, der Sendung zu folgen.
Seine große Liebe sind die Pferde. Das sind die wenigen Male wo er wirklich
nicht mehr Herr seiner Emotionen ist und total austickt: Mit beim Reiten sein.
Er l i e b t es.
Wobei man betonen muss, dass er
auch hier total leichtführig ist: Ein Fingerzeig und er geht am Straßenrand
rechts, Rehe sind tabu bzw. auch gar nicht interessant. Er ist immer ohne Leine
unterwegs und wenn ich sie ihm mal anschnalle, käme er nie im Leben auf die Idee
zu ziehen, Monsieur weiß immer wie die Leine locker durchhängt.
Autofahren liebt er. Dabei sein ist alles. Welchen Hund kann man mit vier
Monaten ganztags mit ins Büro nehmen? Obwohl nicht geplant und nur als
Vertretung, Timon fand das alles cool. Auf Stühlchen neben Frauchen liegen,
mittags durch den Park schlendern und Aufstehen wenn es an der Tür klingelt –
nicht wirklich.
Sonstige Marotten: Kuscheltiere durch die Gegend schleppen, Mein offen gelassenes
Auto nach Essbarem durchforsten (Krönung war letztes Mal der Sprung durchs
halboffene Fenster in das Auto von Christian um diesem seine geliebte
Marzipanschokolade zu klauen) und Frauchen zärtlich fordernd die Vorder pfoten
auf die Schultern zu legen: „Knuddel mich!“
Bei der Grunderziehung war er
mit sechs Monaten der Fitteste, nur was man schließlich kann, langweilt auch und
deshalb ist er nicht der Erste, wenn es gilt irgendwelche Kommandos zu befolgen:
„Ich auch?“ Er hat den Rudelchef-Bonus und das weiß er auch.
Im Agility ist es ähnlich. Er kann alles. Springt fünf Meter über das Hindernis,
Parcourfehler sind eine Seltenheit. Aufgestiegen wären wir schon längst, wenn da
nicht dieser „dämliche“ Slalom wär. „Körperkontakt, pfui Teufel!“ Mit der
richtigen Dosierung von getrocknetem Pansen sind wir jetzt aber soweit, dass wir
dieses Jahr angreifen werden.
Was er nicht ist: Wasser ist nicht sein Metier. Vielleicht liegt das auch bei
seinen verunglückten ersten Versuchen. Da gab es zwei einschneidende Erlebnisse.
Das Erste eine Woche nach dem ich ihn hatte. Wir gingen im Dezember mit
Bekannter samt ihrem großen Windhund um den See. Anscheinend ist jungen Whippets
ihre Größe im Vergleich zu irischen Wolfshunden nicht bewusst. Als dieser mal
schnell zum Trinken bis zu den Knien ins Wasser watete, war Timon nicht wirklich
klar, dass er nach diesem freudigen Sprung nicht mal mehr annähernd aus dem
Wasser schauen würde…
Zweites Erlebnis war noch amüsanter, sicher nicht für ihn, aber es war ein
echter „Hingucker“.
Gingen wir am Ostermontag um
einen anderen See. Richtig kalt, Schnee und schön gefrorener Boden. Da bekam
Timon seine „bescheuerten“ fünf Minuten und sprintete von links nach rechts, den
Berg rauf, runter, Haken rüber und zurück, auf den Steg und zur…. Nein, da hatte
er sich verschätzt. Eis auf Steg, das tut nicht gut. Auf halben Weg merkte er,
dass sich der Bremsweg entscheidend verlängern würde, begann zu rudern und zu
rudern und plopp, ging er im See unter. Seitdem weiß ich zumindest, dass mein
Hund schwimmen kann – auch wenn er’s freiwillig nie wieder tun würde.
Das Einzige wo ich ihn als Welpen am Liebsten „dawutzelt“ hätte, war, dass er so
spät sauber war. Hat er es doch geschafft mir an einem Tag zwölf Mal
reinzumachen und das mit einem halben Jahr. Nein, ich lag nicht den ganzen Tag
im Bett. Aber da war wohl eine Akkumulation von widrigen Begleitumständen so die
Ursache: Es war Winter!! Wir haben 300 qm und der Gang ist wirklich sehr lang…
Timoni wuchs bei der Züchterin im Hobbykeller ohne Auslaufmöglichkeit auf
Zeitungen auf und nicht zuletzt hat ihn anschließend Frauchen auch unter ihrer
Bettdecke zu sehr verzärtelt. Jetzt besitzt er eine bombastische Blase die sich
bei schlechtem Wetter so gut wie gar nicht rührt.
A Propos schlechtes Wetter.
Hierzu zählt auch Wind. Auch wenn man bei Windhunden davon ausgeht, dass sie
Wind nicht unangenehm finden, so ja auch den Fahrtwind, wenn sie mal Gas geben,
nein, windtauglich ist Timon gar nicht. Wir wussten am Anfang gar nicht, was er
da gerade tat: Er lief ein paar Meter, legte sich hin, lief wieder, legte sich
hin. Er hasst Wind! Um diesem zu entkommen, muss man sich natürlich hinlegen,
aber dann muss man ja auch wieder weiterlaufen, da wären Schlappohren vielleicht
angenehmer gewesen.
Was er nicht ist: Er ist kein 0-8-15-Hund. Er ist ein Hund mit Charisma, einen
den man nie vergisst und man ist stolz, wenn er einem die Freundschaft schenkt.

Stammbaum
Ausbildung
Ausstellungserfolge
Agility